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Zeitreise in die Achtziger.

In Berlin Mitte, da sind sie: die Anzugträger, Aktenkofferträger, Krawattenträger, Brillenträger, Businneshäschen, nebst Schulklassen und Rentnergruppen am Checkpoint Charlie. Irgendwie ist alles ziemlich glatt: die gegelten Haare der Anzugträger, die knitterfreien Blusen der Businesshäschen, die Uniform des Soldaten am Checkpoint und die Fassaden der neuen Bürogebäude.

Und dann wünsche ich mir manchmal ein bisschen Glam und Glitzer, ein bisschen Punk, Dauerwelle und Synthie!
Und während ich noch in Gedanken durch das sonnige Mitte in den Feierabend radele, drehen sich auf einmal die Anzugträger, Aktenkofferträger, Krawattenträger, Brillenträger, Businneshäschen, Schulklassen und Rentnergruppen um. Da radeln sie! Glam und seine Freunde Glitzer, Punk, Dauerwelle und Synthie! Auf der anderen Straßenseite, in bunten 80er Jahre Sportanzügen, treten ein paar fröhliche, junge Frauen und Männer in die Pedalen. Sie zaubern allen in der Rudi-Dutschke-Straße ein Schmunzeln ins Gesicht. Ja, in der Rudi-Dutschke-Straße. Und das ist noch ein Schmunzeln mehr wert.

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Eisloch Kanal

Alles nur ein Märchen.

In Berlin gibt es eine Märchenhütte. Sie steht nicht einsam und allein auf einer friedlichen, schneebedeckten Lichtung in einem dunklen und geheimnisvollen Märchenwald, in dem märchenhafte Kreaturen, Elfen, Prinzen und Fabelwesen umhergeistern. Die Märchenhütte liegt zwischen Museen, Geschäften und Bürogebäuden. Und trotzdem tritt man für neunzig Minuten in eine kleine märchenhafte Parallelwelt.
Bunte Großstadtgesichter haben sich dicht gedrängt in der kleinen Hütte versammelt, sitzen an Holztischen und auf zusammengewürfelten Stühlen und Bänken. Es duftet nach Kuchen, nach Glühwein, nach Kaffee und Märchenwelt. Auf der kleinen Bühnen spielen zwei Schauspieler Rapunzel und der gestiefelte Kater. Die Großstadtgesichter verziehen sich oft zu einem breiten Grinsen, herzhaftes Lachen liegt glücklich in der Luft des kleinen Raums. Ich genieße neunzig Minuten Märchenwelt und draußen vor der Hütte läuft das Großstadtleben weiter. Eingefangen in der kleinen Märchenzauberhütte, vergesse ich über das Lachen für neunzig Minuten die andere Welt, die draußen vor der Hütte liegt. Und als ich nach anderthalb Stunden wieder vor die Hütte trete, bin ich wieder angekommen zwischen den Museen, Geschäften und den Bürogebäuden. Es war alles nur ein Märchen.

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