Eine warme Welt in kalter Zeit.

Der Großstadtmensch liebt das erfrischende Bad in der Anonymität. Doch wenn die Tage kürzer werden und die Nächte immer kälter, dann sucht auch der größte Streuner das warme Bad in der eigenen kleinen Welt. Die eigene kleine Welt, das sind warme Wände. Das sind andere Großstadtstreuner, die ein bisschen Wärme und statt einsam, zweisam oder vielsam suchen. In kleinen Küchen sitzen sie zusammen und trinken warme erheiternde Getränke, essen warme süße Speisen und erzählen sich warme Geschichten in der kalten Jahreszeit. In kleinen Kreuzberger Lokalitäten sitzen sie eng zusammen und lauschen den warmen Stimmen von Schauspielern, die Geschichten aus der weiten Welt erzählen. In kleinen, warm beleuchteten Räumen sitzen sie zusammen und hängen an den Lippen von Poeten. Und wenn diese schönen, warmen Abende sich dem Ende zuneigen, dann baden die Großstadtstreuner für ein paar kalte Momente in der glitzernden Berliner Schneelandschaft, wenn sie zurück in ihre kleine warme Welt nach Hause gehen.

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