Otter & Fuchs

Der Otter und der Fuchs

Sie sind zwei Tiere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Otter lebt bei den Flüssen, der Fuchs tief in seinem Wald. Füchse und Otten begegnen sich normalerweise nicht. Denn der Fuchs meidet das Wasser und der Otter will sich nicht weit von ihm entfernen. Doch eines Tages wurde ihnen der eigene Lebensraum zu eng und so zogen sie hinaus in die weite Welt. Manchmal muss man in die Ferne reisen, um jemand besonderes zu treffen. Und so begegneten sich Otter und Fuchs, fernab des Waldes und des Flusses in der Wüste, wo es weder Bäume noch Wasser gab.

In der Wüste machten Fuchs und Otter gemeinsam völlig neue Erfahrungen. Und obwohl der eine ein Tier des Flusses und der andere eines des Waldes war, sollten sie bald entdecken, dass sie mehr teilten als nur die Zeit in der Wüste. Auch wenn sie aus anderen Lebensräumen kamen, so ähnelten sie sich doch sehr. Sie erzählten sich Geschichten vom Fluss und Geschichten aus dem Wald und sollten bald merken, dass sich ihr Leben um dieselben Dinge drehte. Im Winter war es zu kalt im Fluss. Auch im Wald war es manchmal zu kalt. Der Fuchs fühlte sich von anderen Füchsen oft missverstanden. Der Otter sah sich oft falsch eingeschätzt von anderen Otten. Der Otter war stark und trotzdem verletzlich. Der Fuchs war selbstbewusst und scheu zugleich. Sie beide kannten die Bedeutung von Verlust. Und obwohl sie beide andere Wörter benutzten, sprachen sie dieselbe Sprache.

Nach langer Zeit in der Wüste lernten der Otter und der Fuchs, das Leben im eigenen Biotop wieder schätzen. Sie brachen wieder auf in den Wald und zum Fluss, aber sie sahen die Heimat mit anderen Augen. Der Fuchs liebte nun auch die Ausflüge ans Wasser und der Otter liebte die Streifzüge in den Wald, sie beide liebten die Wüste. Und dort treffen sie sich noch immer.

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