Archiv für den Monat: Juni 2013

Netzneutralität

Unterwegs. Im Netz. #1: Johannes Scheller – Netzneutralität

Der Netzpolitik fehlt der Nachwuchs! Ein Vorwurf, der mir in den letzten Monaten häufig begegnet ist. Johannes Scheller ist 19 Jahre alt, studiert Physik in Tübingen und hat erfolgreich die Petition 41906 für Netzneutralität gestartet. Hier ist er, der netzpolitische Nachwuchs! Ende Juni wird er vor dem Petitionsausschuss des Bundestages sprechen. Ich traf ihn diesen Mittwochmorgen in Berlin kurz nachdem er die Nachricht erhalten hatte… Johannes Scheller wirkt nicht wie ein 19-jähriger. Er sieht zwar jung aus, ist aber sehr reif. Ich glaube mit 19 nicht so viel Selbstvertrauen gehabt zu haben. Vielleicht habe ich aber auch schlichtweg vergessen, wie man so mit 19 ist. Vielleicht sind es aber auch die vielen Interviews die Johannes Scheller in so kurzer Zeit gegeben hat, die ihn zu einem gelassenen und selbstbewussten Interviewpartner machen. In meiner Küche sprechen wir bei schwarzem Kaffee über Netzneutralität und netzpolitische Begeisterung unter jungen Menschen.

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Radiostudio

Mehr für die Ohren!

In den vergangenen zwei Jahren sind mir viele spannende Menschen, Themen und Geschichten über den Weg gelaufen. Viel davon ist in meine Arbeit geflossen, aber nicht alle Themen passen ins Programm oder zumindest nicht in dem Umfang, den ihnen gerne geben würde. Deshalb wird es an dieser (oder ähnlicher) Stelle in Zukunft einen unregelmäßig erscheinenden Podcast, “Unterwegs” wie der Titel des Blogs, geben – zu Menschen, Themen und Geschichten, die ich spannend und hörenswert finde. Außerdem möchte ich in Zukunft auch geschriebene Beiträge von mir vertonen. Das alles steckt noch in den Kinderschuhen, aber ein erster Schritt ist getan:

Heute habe ich Johannes Scheller getroffen. Er hat die Petition zur Netzneutralität  ins Leben gerufen und innerhalb von nicht mal drei Tagen die nötigen 50.000 Stimmen für eine Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages zusammen bekommen. In der letzten Juniwoche wird er wieder in Berlin sein um dort zu sprechen. In der ersten Folge von “Unterwegs. Im Netz.” habe ich mit Johannes über Netzneutralität, die Petition und netzpolitisches Interesse bei jungen Menschen gesprochen. In Anbetracht der Aktualität des Themas werde ich versuchen den Podcast möglichst bald online zu stellen, auch wenn das Layout noch nicht fertig produziert ist. To be continued.

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Das Puzzle

Als Kind habe ich stundenlang gepuzzelt. Immer wieder habe ich die einzelnen bunten Teilchen gedreht und von einer Stelle zur anderen geschoben, bis alles gepasst hat. Da war dann ein Bild und ich war stolz. Ich habe ein weißes Blatt Papier mit flüssigem Kleber bestrichen und das Puzzlebild dort rauf gesetzt, um es für die Ewigkeit festzuhalten. Im Endeffekt sind die Puzzlebilder irgendwo verstaubt und ich habe sie irgendwann weggeworfen. Oder meine Mutter hatte sie entsorgt, weil ich älter geworden war und sie glaubte, ich bräuchte die Puzzlebilder nicht mehr. Ich habe seit meiner Kindheit nicht mehr gepuzzelt, zumindest nicht mit bunt bedruckten Pappstücken. Stattdessen habe ich Menschen und Ereignisse in meinem Kopf hin und her geschoben, um ein vollständiges Bild zu finden. Doch das Puzzeln mit Menschen und Lebenssituationen ist nicht so einfach wie das Aneinanderlegen von vorgestanzten Pappstücken. Die Puzzleteilchen sind viel individueller. Ich habe bislang nie ein Puzzle fertigstellen können. Irgendwie hat immer ein Teilchen gefehlt, manche sind verloren gegangen. Was macht man mit verlorenen Puzzleteilchen?

Wenn mir als Kind eines der bunten Pappstücke abhanden gekommen war, habe ich das Puzzlebild nicht auf Papier geklebt. Die Unvollständigkeit war frustrierend. Ich habe das Puzzle wieder auseinander genommen, in eine Pappschachtel getan und irgendwo in meinem Zimmer verstaut. Eigentlich ist mit den unvollständigen Puzzeln nicht viel anderes passiert, als mit denen, die ich feinsäuberlich fixiert hatte. Sie sind genauso verstaubt und irgendwann habe ich sie weggeworfen. Ich glaube mit dem Puzzeln der Erwachsenen im Kopf ist es nicht viel anders. Es ist egal, wie häufig du die Puzzleteilchen durcheinander schüttelst und angestrengt versuchst, sie zu einem Bild zusammenzufügen. Irgendwann ist das Bild an dem du gearbeitet hast verstaubt. Dann wirst du ein neues Puzzle anfangen. Nur mit dem Unterschied, dass ein paar der alten, bunte Teilchen in jedes Puzzle passen werden an dem du bastelst.

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