Archiv für den Monat: Februar 2012

Neuköllner Eiswelt.

Noch vor wenigen Wochen glaubte ich, dass es sich mit dem diesjährigen Winter erledigt habe. Die Temperaturen dümpelten um herbstliche zehn Grad und ich hatte mir noch nicht einmal die Mühe gemacht zu schauen, wo denn eigentlich meine Winterhandschuhe abgeblieben sind.

Vor zwei Wochen dann das böse Erwachen – der Winter ist da! Mit Minusgraden, Schnee und roter Nase!

Meinen persönlichen Höhepunkt fand die neue Winterlichkeit am heutigen Sonntag. Zwischen Lohmühle und Estrel ging es auf dem Neuköllner Schiffahrtskanal zu wie bei einem Volksfest. Jung und Alt hatten Kufen unter den Füßen, Schlitten unterm Hintern, Eishockeyschläger undf Gitarren in der Hand oder schmissen sich bäuchlings auf die Schlitterbahnen auf der sonst verschneiten Eisfläche. Selbst Skateboard und Fahrrad wurde auf dem Eis gefahren, was beizeiten für das ein oder andere Amüsement der Sonntagsspaziergänger sorgte. Auch bei mir!

Und wie es sich für einen Berliner Sonntag gehört, durfte trotz eisiger Temperaturen ein kleines, elektronisches OpenAir nicht fehlen. Am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer stand eine “Robbe”, aus der Techno wummerte. Am Ufer standen ein paar zu kalt angezogene, mit dem Kopf nickende Hipster um die Robbe, ihre Hände an Glühwein wärmend. Auf dem Eis – eine große winterliche Sause für Menschen, die noch in ganz kleine Schlittschuhe passen. Aber auch eben solche, die schon die großen Schlittschuhe brauchen. Schön, dass der Winter Berlin doch noch gefunden hat.

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