Archiv für den Monat: März 2011

Neuköllner Stadtmusikanten.

Die ersten Sonnenstrahlen verirren sich zwischen die Schluchten der Berliner Häuser und die kargen Bäume und der triste Kanal wirken bei sonnengelber Fröhlichkeit gleich viel freundlicher. Ich laufe den Kanal vom bunten Kreuzberger Treiben in Richtung Neuköllner Industrie.
Fast am letzten Ende des Schiffahrtskanals, kurz bevor der Kanal eine Biegung macht, wo die letzten Häuser vor dem Industriegebiet stehen, da finde ich sie: die Neuköllner Stadtmusikanten. Fünf südländisch aussehende Männer sind das. Sie sind alt und jung und sie haben ein Akkordeon, eine Trommel, eine Gitarre, eine Geige und noch eine Geige dabei. Und sie ziehen um die Häuser mit ihrem Instrumenten auf diesen verschlafenen Ecken Neuköllns, fast am Ende des Kanals, bevor eine Biegung in die Industrie macht. Und diese Männer, Deutsch-Türken vielleicht, machen Lieder, die so klingen als kämen sie aus Frankreich. Außer mir lauscht nur noch eine Frau und ihr Hund den Klängen der Männer. Und ich fühle mich ein bisschen wie in Paris und ein bisschen wie am Bosporus und vor allen Dingen fühle ich mich sehr in Neukölln.

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